Revo-Lebensdauer

Most_viertler
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Re: Revo-Lebensdauer

Beitrag von Most_viertler »

Hänge mich hier gleich Mal mit der Frage an warum stainless weniger robust als bruniert ist?
Bleibeschleuniger
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Re: Revo-Lebensdauer

Beitrag von Bleibeschleuniger »

Ein Foren Mitglied (pastrana199) hat hier auf der zweiten seite etwas interessantes geschrieben. Geht zwar nicht um einen revolver aber die lebensdauer eines pistolenlaufens

viewtopic.php?f=25&t=4214
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fivegunner
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Re: Revo-Lebensdauer

Beitrag von fivegunner »

Ich schenkte meinem Sohn vor gut 30 Jahren einen Smith ¬ Wesson K38 Materpiece. Dieser Revolver dürfte bis heute knapp 100'000 Schuss geschossen haben, Fiocchi Fabrikmunition mit 158grs Blei RK Geschoss und jede dieser Patronen 1 x von mir wiedergeladen mit einem 148grs WC HB. Der Revolver ist mechanisch und optisch in einem sehr guten Zustand. In all den Jahren wuirde einmal der Transporteur (Finger) ersetzt und das Visierträger ist gebrochen und das ganze Visier musste ersetzt werden.

Mein zweiter Revolver nach meinem ersten Python war ein S&W M19 Combat Magnum mit 4" Lauf. Dieser Revolver, für mich persönlich der nach dem Python absolut schönste und eleganteste DA Revolver auf dem Markt, war nach rund 6'000 Schuss hinüber! Alles lotterte und klapperte. Das Futter das er zu schmecken bekam war Fabrikmunition und anschliessend Reloads mit der Maximalcharge mit NORMA 123 und Hercules 2400. Mir war damals nicht bewusst, dass dieses Schmuckstück von Revolver auf dem K Rahmen aufbaut und der Dauerbetrieb mit meinen Ladungen die Waffe überforderte. Ich habe heute wieder einen M19, der kriegt aber Futter der Geschmacksrichtung "Milde Sorte".

Seit 35 Jahren bin ich Betreiber der grossrahmigen SA Revolver von Freedom Arms. Diese Waffen sind komppromisslos zum Verschuss stärkster Ladungen ausgelegt. Mein ältester FA hat >50'000 Schuss auf dem Buckel, das heisst er bis jetzt über 100kg Pulver der Sorten H110, Lil'Gun, PCL512, AA#9 und Hercules 2400 verbrannt. Der Revolver ist mechanisch in Ordnung, kein spürbares Trommelspiel, perfektes Timing, minimalster Trommelspalt. Reparaturen bisher eine gebrochen Abzugrückholfeder. Diese angeblich "unzerbrechliche" Feder bescherte mir ein angebrochenes Nasenbein und eine genähte Augenbraue.
In zerlegtem Zustand sieht man aber schon Auswirkungen vom Dauerbetrieb mit >2'000J Ladungen. Erosionserscheineungen an Rahmenbrücke, die sogenannte Magnumrille und Laufkonus, und die ersten 15mm des Laufes lassen nicht mehr viel von Zug und Feldern sehen. Trotzdem lässt sich damit noch verblüffende Präzision erreichen. Dieser Revolver wird immer noch regelmässig geschossen, aber ich schätze, meinen Spezui Roger werde ich nicht eineholen können. Sein FA nähert sich langsam aber sicher der 100'000 Marke.

Ich schätze, keine 10% der Alltagsschützen kommen je in die Verlegenheit einen Revolver als "ausgeschossen" bezeichnen zu müssen. Die grösste Gefahr sehe ich im Dauergebrauch stärkster Ladungen mit Stainlessrevolvern von Smith & Wesson. Brünierte Modelle dieses Herstellers geniessen mein Vertrauen, ihre Silberlinge und Supermagnum sind eine kurze Liaison.
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cas81
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Re: Revo-Lebensdauer

Beitrag von cas81 »

Ich dachte immer, Carbonstahl sei grundsätzlich härter als rostträger Stahl. Aber Carbonstahl ist rostanfällig, deshalb wird brüniert oder sonst wie beschichtet. Richtig?
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Re: Revo-Lebensdauer

Beitrag von DocRuger »

cas81 hat geschrieben: 10. Februar 2022, 16:36 Ich dachte immer, Carbonstahl sei grundsätzlich härter als rostträger Stahl.

Ja das ist grundsätzlich richtig weil das Gefüge mehr "hält".

Die wirklich guten und scharfen Messer zb sind auch aus Kohlenstoffstahl und nicht aus stainless geschmiedet weil du die rostfreien generell nicht so scharf bekommst.

Aber im Alltag oder bei der Jagd für die einige Waffen entwickelt wurden bietet stainless eben gewisse Vorzüge die nicht allein der Optik geschuldet sind.

Eine relativ einfache Erklärung:

https://www.schmiedeglut.de/Alles-ueber-Stahl
Zuletzt geändert von DocRuger am 10. Februar 2022, 20:51, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Revo-Lebensdauer

Beitrag von DocRuger »

fivegunner hat geschrieben: 10. Februar 2022, 16:34
In zerlegtem Zustand sieht man aber schon Auswirkungen vom Dauerbetrieb mit >2'000J Ladungen.
Was sind schon 2000 Joule? 8-)

Das schaffens in xxx im vorbei gehen mit über 3000 Joule und da fliegt sogar die 44er mit einbasigen Pulver & 240 grain Geschoss 450m/s. :rofl:

Aber wenigstens hatten wir was zu lachen Fivegunner.
Zuletzt geändert von IT Guy am 11. Februar 2022, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ort entfernt
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Re: Revo-Lebensdauer

Beitrag von Chris70 »

DocRuger hat geschrieben: 10. Februar 2022, 18:40
fivegunner hat geschrieben: 10. Februar 2022, 16:34
In zerlegtem Zustand sieht man aber schon Auswirkungen vom Dauerbetrieb mit >2'000J Ladungen.
Was sind schon 2000 Joule? 8-)

Das schaffens in xxx im vorbei gehen mit über 3000 Joule und da fliegt sogar die 44er mit einbasigen Pulver & 240 grain Geschoss 450m/s. :rofl:

Aber wenigstens hatten wir was zu lachen Fivegunner.
Da gibt's einen Schießstand? :shock:
Wäre mir neu.
Wer erzählt solche Märchen über die 44er? :o
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Re: Revo-Lebensdauer

Beitrag von Old Dog »

Ich frage mal ganz vorsichtig ob zum Thema Lebensdauer:

1. gerissene/ausgebrochene Verschlüsse bei Pistolen,
2. verzogene Rahmen bei Revos.
3. ausgebrannte (erodierte) Läufe/Ü-Kegel bei LW
gehören.

Da habe ich schon einiges selbst erlebt.
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Re: Revo-Lebensdauer

Beitrag von IT Guy »

Old Dog hat geschrieben: 10. Februar 2022, 21:03 Ich frage mal ganz vorsichtig ob zum Thema Lebensdauer:

1. gerissene/ausgebrochene Verschlüsse bei Pistolen,
2. verzogene Rahmen bei Revos.
3. ausgebrannte (erodierte) Läufe/Ü-Kegel bei LW
gehören.

Da habe ich schon einiges selbst erlebt.
Grundsätzlich ja, aber nicht im Thread "REVOLVER-Lebensdauer" (außer der Punkt 2)
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Re: Revo-Lebensdauer

Beitrag von spiky »

Der Hintergrund der Frage ist relativ simpl:

Ich würde mich als (a?)typischen Wiederlader bezeichnen.
Ich sehe wenig Sinn darin eine Patrone maximal auszureizen (sieht man jetzt mal von den fliegenden Schweinen ab),
wenn sie mir zu schwach ist, da greife ich lieber zum stärkeren Kaliber.

Unlängst habe ich mit einer 45-70 geschossen. Keine Ahnung ob die Hülsen freiwillig aus der Trommel gekommen sind,
ist die zu stark, bist du zu schwach....

Nachdem ein Packerl 460iger mit 3800J kein Problem sind, wäre eine 500 S&W überlegenswert.

Nur... entweder gibt's gescheite Firmen (zB Ruger, FA), die sich das Kaliber nicht antun oder
nicht so gescheite Firmen (zB BFR), die die 500er im Programm haben, aber kein GH importiert die
nach Europa, da nur eine geringe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie den 130% Beschuss überleben,
(die amerikanischen 110%? scheinen kein Problem zu sein).

Somit bleibt nur die vielgelästerte Firma S&W über.
Die überstehen schon wenigstens mal den Beschuss.

Den Berichten über Rahmen/Trommelsprengungen stehe ich ein bissl misstrauisch gegenüber.
Welcher Wiederlader wird schon zugeben, dass er Mist gebaut hat?
Meterialfehler klingt doch gleich viel besser...

Eine S&W mit einer FA zu vergleichen ist irgendwie der Vergleich ? mit Bentley...


fivegunner hat geschrieben: 10. Februar 2022, 16:34 Ich schenkte meinem Sohn vor gut 30 Jahren einen Smith ¬ Wesson K38 Materpiece.
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Mein zweiter Revolver nach meinem ersten Python war ein S&W M19 Combat Magnum mit 4" Lauf.
Interpretiere ich das richtig, dass es bei artgerechter Haltung (K38 Masterpiece) keine Probleme gibt, bei max. Ladungen es zwar nicht zur Zerstörung aber doch zu einer wesentlich beschleunigten Abnützung kommt?
Mit Gruß aus dem 18. - Spiky (HSV-Wien)
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