Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

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gipflzipfla
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Re: Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

Beitrag von gipflzipfla »

RcL hat geschrieben: 25. Dezember 2024, 18:35 .....
Vielleicht muss man vielmehr die Frage stellen, was Steyr genau produziert, was die Konkurrenz schlägt und jeder haben will.......

Also ich will Steyr ned schlecht machen, aber wie gesagt - wenn die Kunden, die dich über Wasser halten könnten, ein paar schwindlige Diktaturen und Scharia-Staaten sind, hast vielleicht einfach ned grad die Produkte, die jeder in passabler Stückzahl kaufen will.

Meine 2 Kupferlinge.

aktuell z.B. einen Repetierer, Steyr Pro Varmint Kal. .223, zum ~3,37fachen Listenpreis ggü. einer amerikanischen Repetierwaffe (Ruger American Rifle Gen II).

Ok, der heimische Jäger und Waffeninteressent der Sportschütze, wird sehr gerne zugreifen, bei dieser Occasion*.

Soviel Patriotismus darf man schon voraussetzen ! :up:

* dass man mit der Stey Pro Varmint das Bessere bekommt, kann man ja wohl auch erwarten. Diese Erwartung muss aber nicht unbedingt in allen Punkten erfüllt werden....
"Wer Ironie sät, wird Sarkasmus ernten!"

"Jeder Streukreis beginnt stets mit dem ersten Schuss!" :sniper:

Waidmonns Gruaß, vom gipfl
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Varminter
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Re: Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

Beitrag von Varminter »

Interessanterweise schiessen 40 Jahre alte Steyr Varmints zum Teil sehr gut.

Was sich da wohl verändert hat?
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Tobi
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Re: Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

Beitrag von Tobi »

Ich sehe das wie RcL. Man darf auch nicht außer Acht lassen, dass momentan überall sichtbar und weniger sichtbar aufgerüstet wird und das hauptsächlich in westlichen Ländern. Außerdem ändert sich gerade die Einstellung dazu. Selbst Grüne wissen nun, was eine PzH2000 und eine Taurus ist. Die Rahmenbedingungen müssten also wesentlich besser geworden sein. HK, Rheinmetall & Co. können jedenfalls nicht klagen, während Steyr weiterhin auf ein paar "Kunden" aus dem Jemen und anderen schönen Urlaubländern angewiesen zu sein scheint.
Zuletzt geändert von Tobi am 30. Dezember 2024, 10:11, insgesamt 1-mal geändert.
Bumsti
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Re: Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

Beitrag von Bumsti »

RcL hat geschrieben: 25. Dezember 2024, 18:35Das Scout, relativ berühmt, aber braucht im Wesentlichen keine Sau.
Die verwende ich jagdlich für alles von der Tiefebene bis ins Hochgebirge. Besseres kann ich mir kaum vorstellen. Besonders noch mit bleifreier Munition. Fast hätte ich mir die durch die vielen Oberschlauberger im Internet ausreden lassen. Heute habe ich mehrere sehr brauchbare Jagdwaffen im Schrank. Davon wird die Scout immer mehr zu der Büchse, die mich bevorzug überall hin begleiten wird, so lange ich mich jagdlich auf den Beinen halten kann.

RcL hat geschrieben: 25. Dezember 2024, 18:35Also ich will Steyr ned schlecht machen...
Das merkt man sofort.

RcL hat geschrieben: 25. Dezember 2024, 18:35...aber wie gesagt - wenn die Kunden, die dich über Wasser halten könnten, ein paar schwindlige Diktaturen und Scharia-Staaten sind, hast vielleicht einfach ned grad die Produkte, die jeder in passabler Stückzahl kaufen will.

Meine 2 Kupferlinge.
Mit 2 Euro-Cent bewertest Du den Wert Deiner Ansage vermutlich korrekt.
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Re: Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

Beitrag von RcL »

*Edit* Ach, drauf gepfiffen. Freu dich drüber, dass du für dich das perfekte Gewehr gefunden hast und dann überleg nochmal, worums hier geht. Nämlich ned ums perfekte Gewehr fürn Bumsti. Nix gegen dein vielleicht oder auch nicht existierendes Vermögen, aber du wirst Steyr ned in die schwarzen Zahlen bringen.
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Re: Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

Beitrag von Bumsti »

Nachdem sich alle kompetenten Strategieberater aus der Waffenbranche hier in diesem Faden schon zu Wort gemeldet haben, darf ich zusammenfassen:
- Steyr ist zu teuer, weil es eine US- Billigstspritze gibt, die im Preis niedriger ist. Wenn sie nur billiger wären, hätte man vielleicht gekauft.
- Steyr ist nicht innovativ genug, weil sie keinen Geradezurepetierer mit Lochschaft haben. Den hätte man vielleicht gekauft.
- Dort wo sie innovativ sind, wissen die "Forums- Fachleute", daß die Innovation sinnlos ist und schimpfen drauf. Aber die "richtige" Innovation hätte man vielleicht gekauft.

Die einheimischen privaten Käufer, die "vielleicht gekauft hätten, wenn..." sind viel zu wenig, um so einen Hersteller am Laufen zu halten. Außerdem kann niemand abwarten, bis das letzte "vielleicht" und "aber" und "wenn doch nur" ausgeräumt ist, denn wenn das weg ist, findet man was Neues zum Meckern.

Tatsächlich werden in jedem Unternehmen Fehler bei der Suche nach neuen Produkten gemacht. Das gehört dazu und ist ein Teil vom Prozeß. Aus Fehlern wird gelernt. Wenn es einem Unternehmen gut geht, weil es beispielsweise im Inland halbwegs brauchbare Aufträge von der öffentlichen Hand erhält und diese sie auch noch beim Export unterstützt und Türen öffnet, kann es die Kosten für die Produktentwicklung tragen, bis sich die künftigen Umsatzträger einstellen. Wenn beides nicht zutrifft und zusätzlich noch gebremst wird, gibt es die finanziellen Polster nicht, um bis zum nächsten Erfolgsprodukt durchzuhalten.
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Re: Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

Beitrag von Tobi »

Nur ging es in der Presseaussendung nie über den heimischen Markt, sondern über verzögerte bzw. ausbleibende Exportgenehmigungen an einige teils zwielichtige Staaten.
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Varminter
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Re: Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

Beitrag von Varminter »

Gibts in "zwielichtigen" Staaten deshalb keine Waffen?

Doch, nur keine Steyr.

So siehts aus.

Ich bin sicher, dass Steyr in der CZ weniger behindert wird, weniger für Energie und Arbeitskosten zahlt.
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Re: Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

Beitrag von Tobi »

Varminter hat geschrieben: 30. Dezember 2024, 11:53 Gibts in "zwielichtigen" Staaten deshalb keine Waffen?

Doch, nur keine Steyr.

So siehts aus.

Ich bin sicher, dass Steyr in der CZ weniger behindert wird, weniger für Energie und Arbeitskosten zahlt.
Schon, aber wieso können sie ihre militärischen Waffen nicht oder kaum in westlich geprägten Staaten anbringen, wo der Markt viel größer wäre?
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Re: Waffenwerk Steyr droht mit Abzug aus Österreich

Beitrag von RcL »

Bumsti hat geschrieben: 30. Dezember 2024, 10:06 Nachdem sich alle kompetenten Strategieberater aus der Waffenbranche hier in diesem Faden schon zu Wort gemeldet haben, darf ich zusammenfassen:
- Steyr ist zu teuer, weil es eine US- Billigstspritze gibt, die im Preis niedriger ist. Wenn sie nur billiger wären, hätte man vielleicht gekauft.
- Steyr ist nicht innovativ genug, weil sie keinen Geradezurepetierer mit Lochschaft haben. Den hätte man vielleicht gekauft.
- Dort wo sie innovativ sind, wissen die "Forums- Fachleute", daß die Innovation sinnlos ist und schimpfen drauf. Aber die "richtige" Innovation hätte man vielleicht gekauft.

Die einheimischen privaten Käufer, die "vielleicht gekauft hätten, wenn..." sind viel zu wenig, um so einen Hersteller am Laufen zu halten. Außerdem kann niemand abwarten, bis das letzte "vielleicht" und "aber" und "wenn doch nur" ausgeräumt ist, denn wenn das weg ist, findet man was Neues zum Meckern.

Tatsächlich werden in jedem Unternehmen Fehler bei der Suche nach neuen Produkten gemacht. Das gehört dazu und ist ein Teil vom Prozeß. Aus Fehlern wird gelernt. Wenn es einem Unternehmen gut geht, weil es beispielsweise im Inland halbwegs brauchbare Aufträge von der öffentlichen Hand erhält und diese sie auch noch beim Export unterstützt und Türen öffnet, kann es die Kosten für die Produktentwicklung tragen, bis sich die künftigen Umsatzträger einstellen. Wenn beides nicht zutrifft und zusätzlich noch gebremst wird, gibt es die finanziellen Polster nicht, um bis zum nächsten Erfolgsprodukt durchzuhalten.
Der kompetente Strategieberater hat gesprochen. Und uns im gleichen Atemzug erklärt, dass die R8 beliebt sind weil sie GZR mit Lochschaft sind und der Erfolg einer Innovation daran gemessen werden muss, ob irgendjemand damit was anfangen kann und weniger daran, ob signifikante Teile der Kundschaft überhaupt Bedarf für das Produkt sehen. Und natürlich, dass Steyr offenbar keine halbwegs brauchbaren Aufträge von öffentlicher Hand erhält (wie z.B. Armee und Polizei seit fast 50 Jahren zu beliefern) und der Staat ja eigentlich nur ur gemein ist und Steyr blockiert, weshalb sie ihre Produkte nicht weltweit verkaufen können (*hust* https://en.wikipedia.org/wiki/Steyr_AUG#Users ) und man deswegen ned wirklich viel in R&D stecken kann.

Sachen lernt man da, ich wär selbst tatsächlich nicht drauf gekommen.
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