Da meine CZ P-10 F wie an anderer Stelle nachzulesen, wegen einem Produktionsfehler zurückgeschickt werden musste und ich die Gutschrift beim Händler nun in eine Glock 17 Gen 5 investiert habe, bietet sich mir die Möglichkeit, diese direkt mit der Gen 4 zu vergleichen:

Ich erspare mir alle mittlerweile bekannten augenscheinlichen Änderungen aufzuzählen und konzentriere mich auf Dinge, die mir aufgefallen sind.
Der Magazinschacht mit Trichter wäre an sich eine gute Idee...

...nur leider erschwert er den mittlerweile antrainierten "Pull" an einem neu angesteckten Magazin erheblich. Hier die Gen 4, bei der die Endplatte des Magazins bündig mit dem Griffstück abschließt und man somit direkt daran ziehen kann...

...während man bei der Gen 5 nur direkt an der schmalen Endplatte rumfummeln kann, weil der Trichter ein seitliches Greifen unmöglich macht. Da es vorne bündig abschließt, lässt es sich auch hier nicht greifen. So gesehen hatte die halbkreisförmige Ausnehmung, welche die erste Version der Gen 5 noch hatte, durchaus seine Berechtigung, auch wenn diese wiederum beim Griff stört. Nicht gut!

Beim Auswerfer hat man sich einen Arbeitsschritt erspart, dieser ist jetz gerade und nicht mehr verdrillt wie bei der Gen 4, damit er knapp an der Ausnehmung vorbei geht, wie man hier sieht...

...was dazu führt, dass man beim Zusammenbauen der Gen 5 den Verschluss zur Seite drücken muss, damit der Auszieher nicht in die Backplate fährt. Nicht gut!

Der Lauf hat nun eine tiefergesetzte Krone. Gut!

Die Schlagbolzensicherung hat beidseitige Abschrägungen, das macht den Abzug etwas geschmeidiger. Dieser ist neu allgemein besser als bei meiner gut eingeschossenen Gen 4, aber mehr dazu weiter unten. Gut!

Die Kunststofferweiterung zwischen Verschlussblock und -führung wurde bei der Gen 5 wegrationalisiert...

...deshalb sieht sie von der Seite nun aus wie ein schweizer Käse und die Feder ist weniger vor Verschmutzung geschützt. Nicht gut!

Apropos schweizer Käse: Die Anpassung für den beidseitigen Verschlussfang führt ebenfalls du einem klaffenden Loch auf der Seite.
Nicht gut!

Was mit persönlich hingegen gefällt, sind die Druckfedern, die überall verbaut wurden. Gut!


Abschließend habe ich noch die Abzugsgewichte mit einer Lyman-Abzugswaage gemessen. Beide Waffen haben die Originalfedern verbaut.
Gen 4:
- Vorweg ca. 1,6 bis 1,7 kg
- Brechen ca. 3,2 bis 3,4 kg
Gen 5:
- Vorweg ca. 1,5 bis 1,6 kg
- Brechen ca. 2,7 bis 2,9 kg
Fazit: Wer bereits eine Gen 4 hat, für den zahlt sich meiner Meinung nach das Upgrade nicht aus, wer allerdings eine neue kauft, kann auch zur Gen 5 greifen. Ich persönlich habe mir aber mehr erwartet, vieles wirkt wie "Lasst uns was neues machen, egal ob sinnvoll oder nicht!" Der Gewinn wird von Jahr zu Jahr mehr, dennoch spart man an vermeintlichen Cent-Beträgen (Auszieher, Abdeckung für den Spalt...). Besser wären endlich mal ergonomische Griffstücke, wie es alle anderen Hersteller mittlerweile seit Jahren vormachen (CZ, Walther, H&K...).